Centro Santa Elisabeth

- El Progreso, Honduras -

(Deutsches Komitee e.V.)

Das "Centro Santa Elisabeth" befindet sich in El Progreso in Honduras, einem der ärmsten Länder der Welt mit extrem hoher Kriminalitätsquote im weltweiten Vergleich. Es ist ein Schulzentrum für Mädchen und Jungen, welches von Schwestern des spanischen Ordens der "Misioneras Cruzadas de la Iglesia" geleitet wird. Das Centro besteht aus einem Kindergarten, einer Grundschule und einer weiterführenden Schule mit berufsbildendem Schwerpunkt, in der Abschlüsse erworben werden können, die zur Aufnahme eines Berufs oder auch zum Studium befähigen.
Da der honduranische Staat weder die Gehälter der Lehrerinnen und Lehrer noch die Kosten für den Unterhalt der Schule trägt, ist das Centro hauptsächlich auf Spendengelder aus Deutschland angewiesen. Zudem finanziert sich Centro St. Elisabeth durch ein monatliches Schulgeld, das jedoch deutlich unter dem der öffentlichen Schulen in Honduras liegt.
Zur Zeit besuchen ca. 350 Schülerinnen und Schüler das Centro. Ein Drittel von ihnen können das Schulgeld nicht bezahlen, da sie aus sozial äußerst schwachen Familien kommen. Sie werden durch Voll- oder Teilstipendien gefördert, die neben dem Schulgeld auch Kosten für Unterrichtsmaterialien und Beförderung einschließen. Die Schulleiterin Sr. Janet hat detaillierte Informationen zusammengestellt.
Die Ordensschwestern rechnen damit, dass sich in Zukunft die Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die ein Stipendium benötigen, noch erhöhen wird, da Familien, die alles verkauft haben um in die USA auszuwandern, ohne jeglichen finanziellen Rückhalt nach El Progreso zurückkommen.
Das Centro St. Elisabeth ist von Spendengeldern abhängig um diesen Jugendlichen eine schulische Ausbildung anzubieten, die es ihnen ermöglicht in Honduras menschenwürdig zu leben und zu arbeiten - BILDUNG ALS WEG AUS DER ARMUT.

Geschichte des Projektes

 

Im Jahr 1963 bittet der spanische Jesuiten-Pater José Ramón Alberdi, katholischer Pfarrer in der Stadt El Progreso in Honduras, Freunde in Deutschland, u.a. Ilse und Wolfgang Steinhausen aus Münster - Gelmer um Hilfe. Mit ihnen bildet sich zunächst ein kleiner Kreis aus Privatleuten, die mit Spenden helfen.
Am 11. Februar 1964 gründen die spanischen Ordensschwestern „Misioneras Cruzadas de la Iglesia“ eine Art Schulwerkstatt „Escuela Taller Santa María de los Apóstoles“, in der junge Mädchen Kenntnisse im Bereich der Schneiderei und Hauswirtschaft erlangen können. 1968 können durch Privatspenden und die Hilfe deutscher Hilfswerke wie Misereor genügend finanzielle Mittel beschafft werden, so dass Alberdi zusammen mit den „Misioneras Cruzadas de la Iglesia“ den Bau eines festen Schul- und Wohngebäudes in El Progreso veranlassen kann, die Gründung des „Centro Santa Elizabeth“.

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Rund 200 Schülerinnen leben ab diesem Zeitpunkt dort. Die Schulzeit ist zunächst auf drei Jahre beschränkt und vermittelt eine allgemeine Schulbildung und beinhaltet Fächer wie Hauswirtschaft, Schneiderei und Tischlerei.
Zwar wird der Schulabschluss, der in Deutschland mit der „Mittleren Reife“ vergleichbar ist, seit 1975 staatlich anerkannt, aber es erfolgt bis heute keine finanzielle Unterstützung durch die Republik Honduras.
In den ersten Jahren werden Hilfstransporte aus Deutschland organisiert. Sie umfassen Herde, Kochtöpfe, Holzwerkzeuge, Nähmaschinen. Aus Honduras kommen geschnitzte Holzarbeiten und Textilien aus dem „Centro Santa Elizabeth“ , die vor allem auf Kirchenbasaren verkauft werden.
Wolfgang Steinhausen reist zusammen mit Freunden, die das Projekt ebenfalls unterstützen, zweimal auf eigene Kosten nach Honduras. Eine Veröffentlichung seines Reisetagebuchs („Honduranisches Tagebuch“) im Oktober 1971 in katholischen Publikationen erweitert den Spenderkreis deutschlandweit erheblich.
Seit 1982 ist der Verein "Centro de Educacion Vocacional St. Elisabeth (Schule für berufliche Bildung mit Abschluss) - Deutsches Komitee e.V." im Vereinsregister des Amtsgerichts Münster - Außenstadt mit der Steuernummer 336/5754/0040 eingetragen und als gemeinnütziger Verein anerkannt.
Im November 1983 wird der Antrag, die Schule auch für Jungen zu öffnen, staatlich genehmigt.
Im Jahr 1998 verwüstet der Hurrikan „Mitch“ weite Teile des Landes. Er richtet große Zerstörung an. In Mittelamerika kommen ca. 19 Tsd. Menschen ums Leben. Im Siedlungsgebiet Christo Rey in El Progreso werden vom deutschen Förderkreis mehr als 30 Häuser errichtet, in denen 14 Monate nach dem Hurrikan viele Familien wieder ein bescheidenes Zuhause finden können.
Seit 2002 können die dem deutschen Fachabitur ähnlichen Abschlüsse „Fachinformatiker“ und „Qualitäts- und Produktionskontrolleur“ erworben werden. Seitdem ist der offizielle Name der Schule „Instituto Tecnológico Santa Elizabeth“. Inoffiziell wird sie weiter „Centro Santa Elizabeth“ genannt.  
(Weitergehende Informationen und statistische Daten über diese Zusammenstellung hinaus können Sie der Facharbeit im Leistungskurs Geographie von Johannes Misael Menning Torres entnehmen, der sich mit dem Projekt Santa Elizabeth in El Progreso intensiv auseinandersetzt.)

José Ramón Alberdi

Das Centro Santa Elisabeth in El Progreso

Mitglieder der honduranischen Gründungskomitees von 1968 - Aufnahme vom 15.10.2014 (von Links nach rechts):

Hna. Alba, Hna. Josefa, Prof. Castaneda, Mauricio Alemán, Hna. Consuelo

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